Bericht von der CMT 2017

 

Seit diesem Wochenende findet in Stuttgart die alljährliche CMT statt. Die Abkürzung steht für Caravaning, Motor und Touristik und ist die weltgrößte Ausstellung in diesem Bereich. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, zumal wir ja gerade aktiv recherchieren wie wir unseren zukünftigen Van umbauen und ausbauen können.

Wir haben also direkt am dritten Tag die Gelegenheit der räumlichen Nähe und unseren freien Montag (das kann ich wirklich JEDEM nur empfehlen, montags frei zu haben!) genutzt und uns durch die 9 Hallen der Messe gestöbert.

Besonders hatte es uns natürlich die Abteilung Caravaning angetan und unsere Erwartungen waren entsprechend hoch, hier einiges an Inspiration und Ideen zu finden. Allein schon, um Grundriss-Beispiele zu finden, wie viel „Raum“ man aus einem Transporter wie dem Mercedes Sprinter oder Fiat Ducato herausholen kann.

Aber auch Ausstattungskomponenten wie Heizung (damit hatten wir ja bei Aaron in Kanada sehr gekämpft), Fenster, Toiletten, Solar, Isolierung und so weiter, interessierten uns brennend.

 

DIE CARAVANING ABTEILUNG

Die Hallen für Caravans, also die klassischen Wohnanhänger, waren brechend vollgestopft mit Wohnwagen in allen möglichen Größen und Ausstattungen. Vom historischen Anhänger am roten Fiat Cinquecento (500) aus den geschätzten 60ern (natürlich nur zur Einstimmung) bis zum hypermodernen 30-Meter-Gefährt mit integrierter Motorrad-Garage (das Bild ist leider unscharf geworden) und En-Suite-Bad findet hier jedes Camper-Herz was es begehrt. Ob er es sich leisten kann steht dabei auf einem anderen Blatt.

Bei den klassischen Wohnmobilen, also Zugmaschine mit integriertem Wohnteil, sah es nicht anders aus. Die High-End Wohn-LKWs, z.B. von Concorde, kosten dabei gut und gerne soviel wie ein mittelgroßes Einfamilienhaus – ohne Grundstück. Nach oben gibt es dabei natürlich kaum Grenzen.
Für einen Basic-Van (T6 oder Ducato) muss man ab 50.000€ investieren. Nicht gerade unsere Preisvorstellung, aber egal, Ideen sind ja kostenlos. 🙂 Und gerade in der T6-Klasse gab es einige schöne Modelle, viele im Retro-Look, der uns besonders gut gefiel. Für unser Projekt sind diese Modelle aber zu klein. In der Transporter-Klasse gab es einige Sprinter, vor allem aber das Chassie von Ducator und Co, die meisten aber wiederum mit einem Wohnmobil-Aufbau. Trotzdem interessant und wir konnten bei Fiat nicht nur ein Prospekt mit den Maßen und eine freundliche Beratung sondern sogar noch einen leckeren echt italienischen Cappuccino abstauben.

Von den Grundrissen waren wir dann nach den ersten 10-20 besichtigten Mobilen dann doch etwas enttäuscht. Der Standard sieht hinter dem Fahrersitz eine Sitzecke mit gegenüberliegendem Küchenbereich vor. Je nach Größe gefolgt von Stauraum und Bad und dem Schlafplatz am Ende, wahlweise auch mit Stockbett oder zweitem Bett im Alkofen.
Unsere anfängliche Euphorie und Neugier ließ zwar etwas nach, es gibt aber einfach viel zu viel zu sehen um zu sagen, dass es sich nicht lohnt hinzugehen. Da wir viel auf Instagram und Pinterest unterwegs sind um Ideen zu sammeln, waren wir dann von den meisten Interieurs auch nicht so begeistert. Uns schwebt zwar Holz vor, aber eben doch echtes und nicht das Kunststoff-Gelsenkirchner Barock, das die meisten klassischen Wohnmobile auszeichnet. 😉 Natürlich gab es auch Ausnahmen in modernem Hochglanz-Weiß.

Was wirklich super war, sind viele Kleinigkeiten, viele schlaue Ideen zu Stauraum, Verschlüssen und ähnlichem. Außerdem haben wir viele Kataloge mitgenommen, die jetzt bzw. wenn es ernst wird, durchforstet und gesichtet werden wollen.

 

DER TOURISTIK BEREICH

Nach einer kleinen Stärkung in Form von Sekt bei Moni, unserer Freundin von Dila vs. Kitchen, ging es weiter mit den Touristik-Hallen. Mit schwebten hier Folkloristische Aufführungen exotischer Tänzer- und Akrobaten-Gruppen, kulinarische Köstlichkeiten und Spezialitäten der sich präsentierenden Länder und insgesamt noch nahezu unentdeckte Länder, in denen das Reisen noch Abenteuer verspricht, vor. Ich wollte geheime Geheimtipps entdecken – und das alles am besten natürlich auch mit dem Van dann erreichbar.

Ok, vielleicht war das etwas naiv und blauäugig. Ich erwarte eben irgendwie immer das bestmögliche, innerlich steigere ich die Spannung und Vorfreude mit viel Fantasie und Vorstellungskraft. Bunte Bilder, vibrierende Klänge und köstliche Düfte wabern vor meinem inneren Auge, Ohren und Nase herum…die Realität war allerdings dann doch etwas ernüchternd.

Nicht, weil ein großer Teil der Aussteller besonders schöne Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausmachten. Wir leben in einem wunderbaren Teil der Erde. Wir haben das Glück, die vielseitigsten Landschaften auf engem Raum erkunden zu können. Wir haben tolle Produkte, Käse, Wein, Whiskey, Gin, Brot, tolle Küchen wie italienisch, deutsch und noch tausend Sachen dazu und dazwischen, die hier erfunden und kultiviert wurden.

Ich war enttäuscht, weil sehr viele Länder sich nicht als Land präsentiert haben, sondern der allergrößte Teil der Messe von Reiseveranstaltern geprägt war. Natürlich waren super-schöne Stände dabei, die wirklich Lust auf Urlaub in ferne Länder gemacht haben. Viel Afrika ist mir aufgefallen, hier scheint sich ein Trend anzubahnen.
Aber ich hätte mir weniger Kataloge und Angebote nachwerfen gewünscht und stattdessen mehr Hintergrundinformationen der Länder. Landsleute dieser Länder, die ihr Land, ihre Kultur und ihre Spezialitäten, in welcher Form auch immer, sei es Handwerk, Tanz, Malerei oder auch Kulinarik, mit Stolz repräsentieren und Lust darauf machen, dort hin zu fahren. Stattdessen konnte/musste man sich zwischen hundert Anbietern für ein Land entscheiden.

 

HIGHLIGHT:

  • ein Off-Road Adventure-Van – Markus war kaum noch davon loszubekommen
  • die schiere Masse an Ausstellungsstücken im Caravan-Bereich
  • Das Wacken-Mobil – mit E-Gitarre, Original-Autogrammen, X-Box und Verstärker
  • die Verbrennungstoilette – dein eigenes kleines (Ex)Krem(ente)atorium 😉
  • der Irish Pub, inkl. Guiness und Live-Musik – Yeah!

 

FAILS:

  • die Tatsache, dass es eine scheinbar wirklich große Nachfrage für Glamping-Mobile in der Größenordnung von >300k€ gibt
  • kaum wirklich neue Trends oder Innovationen
  • wenig Zubehör oder Angebot für Selber-Ausbauer (dafür ist es wohl doch zu sehr Caravaning und zu wenig DIY-orientiert)

 

 

FAZIT

Die Messe selbst ist super organisiert und strukturiert. Themen, die verwand sind, sind räumlich zusammen angeordnet, so dass man nicht von A nach Z muss. Es gibt in jeder Halle Toiletten und Verpflegungsangebote, so dass man den Besuch nicht zwingend unterbrechen muss um ein Restaurant aufzusuchen, wenn der kleine Hunger kommt.
Dazu ist der Preis mit 13€ inkl. VVS Ticket für ein normales Tagesticket unschlagbar günstig und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

 

 

 

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