Welcome to Fernie!

 

Hier sollte unser kleiner Roadtrip nun vorerst enden – in Fernie. Der erste Eindruck bei unserer Ankunft war schon mal gut. Wir checkten auf unserer Couch bei einer Freundin von Nicolai ein und erkundeten dann erstmal die Stadt ein wenig.

Da Fernie Anfang des 20. Jahrhunderts innerhalb von wenigen Jahren zwei mal fast komplett abgebrannt ist sind viele Gebäude in der „Altstadt“ aus Stein gebaut. Nicht umsonst ist Fernie auch eine beliebte Filmlocation und im Alpine Ski Resort wurden z.B. Blockbuster wie „Hot Tub Time Machine“ gedreht :‘).

fernie_oldtown

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die „Oldtown“ ist wirklich sehr schön. Hungrig kehrten wir im Norther, einer Mischung aus Pub, Restaurant und Club, ein und das Tagesangebot für Burger (natürlich veggie) mit Fries und ein Bier für 10CA$ kam uns da gerade recht.

Erschöpft von der Fahrt und den Eindrücken gingen wir dann recht schnell ins Bett. Die Nacht und die folgende waren etwas unruhig und wir stellten fest, dass wir, auch wenn es schwer ist sich einzugestehen, zu alt für Partys die ganze Nacht sind und mit den durchschnittlich fünfzehn Jahre jüngeren Mitbewohnern nicht mehr mithalten können – und wollen.

Wir waren dann also auch froh, als eine der Mitbewohnerinnen uns bat, nach einem anderen Schlafplatz Ausschau zu halten – das Haus der WG sollte wieder einmal auf Vordermann gebracht werden.

Quasi wohnungslos zogen wir erstmal zu Tim Hortons, DER Kanadischen Fastfood/Kaffeehauskette. Hier gibt es morgens Frühstück und ab 12 Uhr Burger und Sandwiches, die man aber als Combo, anders als z.B. bei McDonalds, nur mit Süßkram als Nachtisch und als Getränk Kaffee erhält. Wir holten uns hungrig erstmal ein Oatmeal für mich …ok, ich konnte nicht widerstehen und hab gleich beide Sorten, Maple und Wild Berries probiert, und Markus entschied sich für einen English Egg Muffin.

Dann berieten wir, was wir machen. Zwar waren wir in Kontakt mit ein paar Angeboten bzgl. einer festen Wohnung/Zimmer, aber die meisten Unterkünfte werden erst im März frei, wenn die Australier wieder nach Hause fliegen. Mitten in der Saison her zu kommen war leider nicht die beste Idee. Aber wir blieben zuversichtlich, dass wir schon eine Lösung finden. Zur Not blieb uns ja immer noch Aaron als Option, so dass wir auf keinen Fall wirklich Homeless waren.

Unsere Suche bei Couchsurfing und den FB-Gruppen, wie Elk Valley Garage Sale, Moving to Fernie 2015/2016 sowie auf ourfernie.com usw. blieben bis dahin aber alle unbeantwortet oder wurden abgelehnt. Also begannen wir nach günstigen Inns, Hostels usw. zu suchen und wurden schließlich bei der Powder Mountain Lodge fündig. Das Zimmer erhielten wir sogar günstiger wie zwei Betten im Dorm im Hostel neben an. Hier hatten wir schon am Vortag reingeschaut, da wir da schon wussten, dass wir nicht mehr lange in der WG bleiben wollten.

Sam, der Manager in der Lodge war dann auch super freundlich, hat uns alles gezeigt und wir waren glücklich über das Zimmer und die voll ausgestattete Gemeinschaftsküche, die wir auch sofort in Beschlag nahmen. Nach wochenlangem Auswärtsessen schmeckt etwas selbst gekochtes gleich doppelt gut.
Mit Sam waren wir gleich auf einer Wellenlänge, er hatte in seiner Studienzeit einige Monate in Holland und auch in München verbracht und er schien uns zu mögen.

Da wir ein Zimmer bereits besichtigt hatten, das wir ab März mieten können, versuchten wir weiterhin alles, um eine Überbrückung bis dahin, möglichst günstig, zu finden. Leider waren alle unsere Anstrengungen erfolglos, weder ein Aushang im Eisstadion, noch Aufrufe in FB und auf Couchsurfing waren von Erfolg gekrönt. Nach der fünften Nacht in der Lodge entschieden wir uns trotzdem, erstmal auszuziehen, da es obwohl wir ein super Angebot erhielten, auf Dauer nicht gerade billig ist im Hotel zu Wohnen. Morgens erhielten wir allerdings einen Anruf und wir konnten eine ausgeschriebene Wohnung besichtigen, die auch sofort zur Verfügung stand. Die Wohnung war wirklich großartig, mit eigenem Kamin im Schlafzimmer und komplett neu ausgebaut usw. allerdings für 300CA$ mehr als das Zimmer. Trotzdem hätten wir die Wohnung gerne genommen, auch damit wir gleich hätten einziehen können. Außerdem hätten wir viel Platz für den Besuch von euch, liebe Freund und Familie, gehabt. Um 20:30 Uhr erhielten wir dann aber die Absage der Vermieterin und die Enttäuschung war zunächst groß. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir es uns schon für eine weitere Nacht in Aaron gemütlich gemacht und schliefen nach dieser erneuten Enttäuschung frustriert ein.

Am nächsten Tag entschieden wir uns, zu Sam und der Powder Mountain Lodge zurück zu kehren und fragten, ob das Angebot, das Sam uns gemacht hatte, in eines seiner Zimmer der Manager Suite einzuziehen, noch steht. Sam überlegte nochmals kurz, da er seit 12 Jahren nicht mehr seine Wohnung geteilt hat, auf was er sich da einlässt, aber er mochte uns einfach und konnte unsere Not und Frustration gut nachvollziehen, weil er damals in Holland auch niemand kannte, aber das Glück hatte, bei Freunden unter zu kommen. So wollte er uns auch einfach helfen und nahm uns schließlich auf.
Nun steht nur noch das Treffen mit unserer neuen Mitbewohnerin ab März an und dann haben wir das Wohnproblem gelöst.

Die Jobsuche geht auch voran und ich habe ein Angebot des Fernie Alpine Resorts, allerdings erweißt sich als Schwierigkeit, dass ich noch keine kanadische Referenz vorzuweisen habe, aber das Problem bekommen wir gelöst, da gerade sowieso ein Mangel an Arbeitskräften herrscht sobald die ganzen australischen Working Holiday Traveller wieder abgereist sind.

Unser Start in Fernie war also nicht nur rosig sondern auch zum Teil frustrierend und nervig, aber wir bleiben trotzdem positiv und gehen davon aus, dass schon alles seinen richtigen Weg finden wird.

Die Tage haben wir trotzdem auch genossen und waren mit unserem genial günstig gebraucht erworbenen Ski- und Snowboard Equipment (Head Skiboots für 80CA$, K2 Skier für 230CA$, Poles für 15CA$, Flow Snowboardboots für 80CA$ bzw. 160CA$ die von Markus, 2016er Model von Burton, nagelneu, Hammer, und ein Burton Snowboard mit Bindung auch für 80CA$) das erste Mal auf dem Berg.
Markus hat sich bei seinem eigentlich ersten richtigen Boarder-Tag super angestellt und wir sind sogar einmal lässig eine blaue Piste (das ist hier die mittelschwere Stufe) runtergeschredded. 🙂 Nur das Liften ist ihm noch suspekt und einmal schaffte er es nicht aus dem Lift – zu gegeben, ich habe ihn blockiert UND der Ausstieg war unerwartet steil…aber mit einem beherzten Sprung aus dem Sessel aus ca. 1,50m Höhe hat er es dann doch noch geschafft auszusteigen. 😀

Fernie_skiing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außerdem besuchten wir am Family Day das Hockey-Spiel der Fernie Ghostriders gegen den Erzrivalen Kimberley Dynamiters. Das Spiel war nicht schön und dafür sehr hart. Ein Spieler der Ghostriders blieb sogar nach einem harte Check minutenlang reglos auf dem Eis liegen – allerdings war Kimberley im Großen und Ganzen die bessere und fairere Mannschaft und hatte am Ende verdient mit 2:0 gewonnen.

 

 

Danach war noch kostenloser Public Skate with the Riders und es wurde Hot Chocolate und Hot Dogs serviert.

Am nächsten Tag trafen wir den Goalie der Dynamiters, Tyson Brouwer, in Cranbrook im dortigen Hockey Laden wieder und Markus tauschte sich angeregt mit ihm über Equipment usw. aus.

Wir werden auch nie müde, durch die Läden hier zu stöbern und einfach nur zu schauen, was es dort so zu kaufen gibt. Markus gerät z.B. bei den Angeboten an Riesen-Flaschen Softdrinks regelmäßig aus dem Häuschen 😉 und bei Home Hardware, einer weiteren Heimwerkerkette, entdeckte er eine Popcornmaschine in Stanley-Cup Optik und meinte: „…das ist das Schönste was ich je gesehen habe.“ *zwinker*. 🙂

Stanley-Cup Popcornmaschine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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